Imposant und auch ein bisschen blöd – diese Kürzestgeschichte

Ich glaube, Regina hat mir klammheimlich drei Worte rübergeschickt. 🙂
Deshalb heute: #Wunscherfüller #Büro #Datteltee

»Ach, wenn ich doch nur drei Wünsche frei hätte…«, seufzte ich. Erst leise, dann noch mal mit etwas mehr Nachdruck. »Ach, ach! Ach hätte ich doch nur…«
Puff!
Plötzlich vor mir: Rauch, Dampf, Kesselklappern.
Und nochmal… Puff!
Da stand er, mitten im Büro, mitten auf unserem großen Tisch. Groß, viel größer als ich, was zugegeben keine Kunst ist, breit und sicher sehr stark. Sehr, sehr stark.
Ich strich meine strubbeligen Haare glatt und befeuchtete meine Lippen. Ja, ich wollte hübsch aussehen für ihn. Diesen imposanten Mann. Er sprang ebenso imposant wie seine Erscheinung von unserem Tisch und stand jetzt nur noch wenige Zentimeter von mir entfernt. Ich starrte auf seine nackte Brust.
»Bist du mein Wunscherfüller?« Meine Stimme quietschte, als hätte ich einen Hamster verschluckt. Und ganz ehrlich, ich würde niemals freiwillig einen süßen Hamster verschlucken.
Er sah mich an. Und drehte sich um, als könnte ich ihn ja nicht wirklich meinen, als würde noch jemand anderes hinter ihm stehen. Hm, dachte ich, imposant… ja, aber leider wohl auch ein bisschen blöd.
»Meinst du mich?«, fragte er.
Seine Stimme bebte in meinem Beckenboden.
»Kch kch, ja…« Ich kicherte mein Schlaganfall-Kichern, schief und irgendwie linksseitig gelähmt.
»Wenn du das möchtest… dann bin ich das«, sagte er und lächelte – auch irgendwie schief. Meinem Beckenboden war das allerdings sehr egal.
Ich wurde mutiger…
»Also dann, du imposanter Mann, sag an, wieviel Wünsche habe ich frei?«
Er zögerte, als müsste er nachrechnen. »Einen?«, fragte er schließlich.
Gut, ich kann also noch verhandeln.
»Drei!«, sagte ich.
»Zwei!«, sagte er.
Und ich schlug ein.
»Wähle weise!«, riet er mir.
Aber meine Entscheidung stand schon lange fest. Ich war vorbereitet auf den Moment, wenn mir irgendwann mal ein imposanter Wunscherfüller begegnen würde.
»Mein erster Wunsch…«
Er unterbrach mich: »Bist du sicher? Willst du nicht noch drüber nachdenken? Wir könnten erst mal etwas zusammen trinken?«
»Äh! Was denn? Hier gibt’s nur Datteltee!«
»Du könntest dir Champagner wünschen…« Er zwinkerte mir zu.
»Netter Versuch… fast hätte es geklappt. Und jetzt mach deinen Mund zu… ich möchte formulieren…«
Ich wartete bis er sich setzte. Ich blieb stehen und legte meine Hände auf seine beiden, breiten, imposanten Schultern, sie streichelten ganz automatisch rhythmisch darüber, ich spürte seine Kraft auf meinen Fingerspitzen pulsieren. Ich und mein Beckenboden seufzten… einen kleinen Moment.
»Also… mein erster Wunsch… ich hätte gern vier Tage frei – am Stück. Frei für Nix. Frei für mein einsvierzig Bett. Frei für meine Katze. Frei für Essen. Frei für Schlafen. Frei für…«
Er legte mir seinen imposanten Finger auf meine Lippen und brachte mich zum Schweigen.
»Pscht!«, sagte er. »Vier Tage frei… ist gebongt.«
Puff und Zack: Es war Ostern!
»Das war ja super!«, flötete ich.
»Und jetzt dein zweiter Wunsch?«
Jetzt zwinkerte ich ihm zu, strich seine imposante Haarmähne hinter die Ohren und betrachtete ihn ganz genau. Ich nahm mir Zeit.
»Na du… ich glaube, ich kann deinen Wunsch an deinen Augen ablesen!« Er kokettierte – und er würde sich gleich sehr wundern.
»Ach ja?«, fragte ich, wartete aber nicht auf seine Antwort. Ich packte meine Sachen zusammen, nahm Schlüssel und einen letzten Schluck Datteltee.
Im Gehen rief ich ihm zu: »Gut, dann sag mir Dienstag was ich mir wünsche. Mal sehen ob du recht hattest. Mach’s dir solang hier gemütlich, mein imposanter Freund!«
Ich verlies das Büro, ohne mich noch mal umzudrehen.
Mein Beckenboden und ich würden es uns nun erstmal vier Tage richtig gemütlich machen.


heute dazu noch ein Lieblings-Musikvideo passend zum Jubelgefühl:


Jetzt gibt es vier Tage keine Geschichte. Ich mache wirklich frei bis Dienstag.
Ich wünsche Euch allen prima Ostertage. Macht worauf ihr Lust habt, ihr Wunderbaren. Und Dankeschön fürs Zulesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.