Hosen runter, Baby! Lass uns Wandern…

Ich habe ein Gespräch geführt. Dieses Gespräch ist die Motivation (nicht die Mitschrift) für folgende Kürzestgeschichte.

Heute habe ich drei Worte… und ich MUSS offen lassen von wem ich die habe… sonst werde ich, … vermutlich verkloppt.

Also die drei Worte: #wandern #Penis #Intimität (‚intim‘ wurde nach Rücksprache auch genehmigt)

»Wollen wir gemeinsam wandern gehen?«

Er fragte das, einfach so, ohne Ankündigung, ohne rot zu werden, ohne wenigstens vorher mit mir einen Kaffee zu trinken. Ich bin aus allen Wolken gefallen. Also ich bin nicht prüde. Nein, nein… ganz ehrlich. Aber das? Das kann er doch nicht einfach so fragen.

Dementsprechend konsterniert schaute ich aus der Wäsche.

»Was ist?«, fragte er.

»Also…ähm…also«, stotterte ich und versuchte es mit neuem Anlauf: »Also ich finde dich ja auch voll hübsch, und ich bin auch nicht prüde, und so. Aber das geht mir wirklich etwas schnell. Wollen wir nicht erst mal was zusammen trinken gehen? Kaffee? Nein, lieber Alkohol, irgendwas mit Gin oder Rum.«

Sein Blick verwandelte sich in ein Fragezeichen, dann in ein Lachen. Ein sehr schönes Lachen, das mich an meinen Bedenken zweifeln ließ. Vielleicht sollte ich doch mit ihm wandern gehen, einfach mal so… ohne Verpflichtungen, dachte ich.

Doch dann dachte ich an mich und wie ich wandere. Ich erinnerte mich an meine letzte Tour. Stöhnen, Ächzen, Fluchen, Heulen… nach gerade vier Kilometern. Ich erinnerte mich, wie ich schwitzte und keuchte, nach acht Kilometern. Wie ich mir einen Baum zum Pinkeln suchte und mich verlief nach zwölf Kilometern. Und ich erinnerte mich daran, wie ich schweigend da saß und die wundervolle Natur bewunderte und mich darüber freute, dass mich niemand voll laberte, oder sah, oder mir begegnete.

Nein, ich kenn mich, ich kann nicht einfach so den Kopf ausschalten und wandern mit einem Fastfremden. Das ist mir zu intim, zu anstrengend, ein bisschen lästig sogar. Gerade wegen dem Kopf ausschalten… das kann ich nur allein. Oder mit einer sehr vertrauten Person.

Er lachte immer noch und sah umwerfend schön dabei aus.

»Ist wandern für dich wie Sex?«, fragte er und drehte sich eine Zigarette.

»Nein, nein…«, log ich. »Doch bevor ich mit dir wandern gehe, würde ich eher deinen Penis…« Ich biss mir auf die Zunge. Und begann von vorn: »Du musst wissen, bevor ich mit dir wandern gehe, muss ich dich einfach besser kennen lernen, drei Dates und einmal übernachten, oder so.«

Er lächelte, schon wieder sehr schön, bestellte uns Kaffee und Gin Tonic und fragte: »Was machst du heute Abend? Lust auf ein Date?«

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