Ben hat die Nase voll – Kürzestgeschichte

Frauchen rief auf gut Glück in Richtung Garten: »Ben, mach Platz, Ben…« Sie folgte ihren Worten. »Platz!«, rief sie und stoppte. »…Ach hast schon…Ja… duuuu…! Feiner Hund bist du, ja ein ganz Feiner bist du.«
Ben kannte das schon. Frauchen war nervös. Jeder konnte das sehen. Seine Augen waren nicht mehr die besten, er konnte das riechen. Wie Hunde das halt so können. Sie liegen irgendwo im Gras und schnuppern meilenweit den Frühling, Würstchen, eben diese menschlich eigene Nervosität und zu all dem roch Ben die läufige Retieverin aus der Nachbarsiedlung. Ach, dachte Ben, was würde er gern die kleine Goldlocke besuchen und einmal kräftig gegen ihren Zaun pinkeln.
Frauchen murmelte etwas. Ben war sicher, er war nicht gemeint. Wenn Frauchen mit ihm sprach, hob sich ihre Stimme, als würden 1000 Engel zum Kanon anstimmen. Ben mochte den Klang ihrer Stimme.
Jetzt gerade murmelte sie. Er war also nicht gemeint. Wie gesagt, sie roch nervös.
Plötzlich brüllte sie. So gar nicht engelsgleich. »Ben hast du wieder mit dem verdammten Schneidbrenner gespielt? Wo ist das Scheißteil… wenn man es einmal braucht, ist es verbummelt… Ben hörst du mich nicht?«
Ben dachte: »Hä?«
Jonas kam in den Garten. »Was soll Ben denn mit dem Schneidbrenner?«
Ben fragte sich das auch, wusste nur nicht recht, wie er es artikulieren sollte.
»Schieb es nicht auf den Hund!«, brüllte Frauchen weiter.
Jonas betrachtete Ben. Ben betrachtete Jonas. Jonas zuckte mit den Schultern. Ben wollte auch… aber da war wieder dieser Duft… dieser verlockende Duft… Würstchen… und die junge, läufige Retrieverin aus der Nachbarsiedlung.

Diesmal waren es die drei Worte:
#Engel (von Nicola) #Schneidbrenner (von Jeannette) #Frühling (auf dem Heimweg im Kodi-Schaufenster entdeckt)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.